Mulatten in gelben Sesseln

Erschienen 2005, ISBN 3-462-03642-4

Einmal mehr beweist der König der schrägen Pointen, dass er es nicht nur vor der Kamera versteht, Humor und Bissigkeit in Szene zu setzen.

Im ersten Teil des Buches veröffentlicht Harald Schmidt seine fiktive Biografie. Die Tagebücher von 1945-1952 lesen sich abenteuerlich. „Ich war eine Sturzgeburt. Das war damals nichts ungewöhnliches, denn unsere Familie hatte es eilig.“ Gewürzt mit der Bemerkung, dass seine Mutter bei seiner Geburt gar nicht anwesend war, bildet er den Einstieg in die witzig-traurige Lebensgeschichte. Anschließend geht es ins Hollywood der siebziger Jahre. Wunschtraum oder Wahrheit mag der Leser sich hier fragen. „Wenn ich an all die scharfen Bräute denke, die schon morgens auf dem Studiogelände auf mich warteten, tut es mir leid, dass ich die meiste Zeit so zugedröhnt war.“ Über den Selbstmord seiner Verlobten und Vaterschaftsprozesse in Kirgisien witzelt Harald Schmidt sich bis zu seinem vollständigen Zusammenbruch auf Hawaii.

Eine beachtliche Sammlung von Schmids Kolumnen, welche bereits im Magazin Focus veröffentlicht wurden, enthält der zweite Teil des Buches. Zynisch und brillant zerpflückt er hier Themen aus Wirtschaft, Politik und nimmt die Gesellschaft aufs Korn. Ein Sammelwerk, über das sich die Liebhaber seiner Glossen freuen können.

Einen weiteren, herrlichen Unterhaltungswert stellen die, mit kuriosen Texten geschmückten, Schwarz-Weiss-Fotos im Buch dar. Einfach ein Werk, welches sich nicht langatmig mit einer einzelnen Geschichte abgibt und genialen Lesegenuss verspricht.